Hochwasser im Herbst 2010
28.09. bis 06.10.


Wasserstand der Röder und Elster steigen überdurchschnittlich schnell. Ursachen sind die ergiebigen Regenfälle in der Oberlausitz und im Erzgebirge mit über 100 Liter auf den Quadratmeter.
Gefahrenstufen werden ausgerufen, bis hin zu Alarmstufe 4. Später als es sehr brennslich wurde, Katastrophenalarm.
Die Hochwasserlage in Südbrandenburg verschärft sich. An der Schwarzen Elster gilt seit Dienstagabend für Elsterwerda und Bad Liebenwerda die höchste Alarmstufe vier.

28.09.

Der Hochwasseralarm hielt die Einwohner in Atem. Auch wir hier in Zobersdorf an der Kleinen Röder, einem Nebenfluss der Schwarzen Elster, schauen voller Sorge auf "unseren" Fluss, der ständig mehr Wasser führt.

29.09.

Um 11:50 Uhr wurde durch den Landrat Christian Jaschinski, Leiter des Krisenstabes, Katastrophenalarm ausgelöst.
Die Bürger von Zobersdorf verstärkten den Damm mit Sandsäcken, bis in den Morgen des folgendenden Tages. Unterstützt wurden sie von den örtlichen Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk (THW) .
Es war eine gut organisierte Aktion. Die Helfer arbeiteten bis an das Ende ihrer Kräfte. Der Bürgermeister Thomas Richter aus Bad Liebenwerda ließ es sich nicht nehmen vorbei zuschauen, um den Verlauf des Einsatzes zu kontrollieren und offene Probleme zu beheben.
Für das leibliche Wohl wurde ebenfalls gesorgt. Es gab gegen 23 Uhr eine gutschmeckende Erbsensuppe mit Wienerwürstchen, die persönlich vom Vorsitzenden des Stadtparlamentes von Bad Liebenwerda, Herrn Berger, ausgegeben wurde.
Das Wasser steigt weiter. Die Kleine Röder schwappt über. Zur Entlastung der Elster und der Röder wurde dann der Deich der Kleinen Röder kurz hinter der Brücke auf der rechten Seite geschlitzt. Der Druck wird entschärft, dennoch großes Bangen, ob die Deiche halten, da sie total aufgeweicht sind.

30.09. /01.10.

Dämme werden weiter mit gefüllten Sandsäcken verdichtet. Problemstellen werden nun auch linksseitig der Brücke verfüllt. Vor Ort ist die Feuerwehr Prieschka und die Polizei Potsdam. Sie sichern Wege und Brücken. Natürlich auch mit Bürgern aus Zobersdorf, die weiterhin pflichtbewusst helfen.
Die Deichöffnung wurde mit hohem Einsatz gegen 20:50 Uhr mit Schotter, Kies und Planen geschlossen.
Deshalb steigt der Pegel der Kleinen Röder wieder. Innerhalb von 10 Minuten steigt das Wasser um 6 Zentimeter. Die Bewohner von Zobersdorf bangen, dass ihr Dorf überflutet wird.

01.10.

Es wird begonnen einen zweiten Damm zu errichten. Schwere Technik und viele Transportfahrzeuge begannen den zweiten Deich von der Brücke rechtsseitig zu befüllen.

02.10.

Die Arbeiten am Röderdamm gehen unvermindert weiter. Es wird aus zwei Richtungen gearbeitet
In vielen Häusern ist Wasser in den Kellern. Jeder ist bemüht mit Hilfe von Pumpen dieses Wasser zu entfernen.
Pappeln werden unmittelbar an der Brücke und am Röderdamm abgeholzt, um einen sicheren Ablauf des Dammbaus zu garantieren.

03.10.

Der Katastrophenalarm ist noch nicht aufgehoben. Um 07:08 Uhr wieder Sirenenalarm als ständiger Begleiter dieser Tage.
Die Dammschüttung geht unvermindert weiter. Das Grundwasser in den Kellern steigt nicht weiter.

04.10.

Die Arbeiten am parallelen Damm gehen dem Ende entgegen. Der Pegel der Kleinen Röder fällt weiter. Die Bürger von Zobersdorf atmen auf. Alles ist bisher gut verlaufen.

05.10.

Die Arbeiten am Röderdamm sind abgeschlossen. Die Sandsäcke werden entfernt.

06.10.

Der Katastrophenalarm wurde aufgehoben. Die Lage normalisiert sich zusehends.
Das Grundwasser in den Häusern fällt.
Durch die Hilfe der Bürger von Zobersdorf,der Feuerwehr und des THW konnte eine Katastrophe verhindert werden.

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